Die politische Ökonomie der künstlichen Intelligenz

15:30 bis 16:20 in Raum V2 (F122)

Markus

Abstract

Was Industriearbeiter schon länger kennen, erreicht dank künstlicher
Intelligenz jetzt auch Softwareentwickler: Drohender
Arbeitsplatzverlust durch technischen Fortschritt. Damit kann man
verschiedentlich umgehen. Man kann sich sicher wähnen, weil man an
komplexer Software arbeitet, die die KI noch nicht erreicht. Man kann
auf LinkedIn schreiben, dass KI nie ausreicht, um den Job eines
Softwareentwicklers auszufüllen, der doch viel mehr erfordert als
bloße Produktion von Code. Man kann versuchen, sich vor die KI-Welle
zu setzen und sich selbst zum 10x Developer ausbilden, der KI nutzt,
um produktiver zu werden.

Dieser Vortrag gibt keine Hilfestellung bei diesen Vorhaben. Statt uns
den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man mit KI geschickt umgehen
kann, stellen wir uns hier die Frage, was KI eigentlich ist. Wie
kann ein Knäuel statistischer Berechnungen den Anschein erwecken, dass
Computer wie Menschen denken können? Und wie kann ein solcher
Algorithmus, der nur scheinbar denkt, einen Menschen ersetzen, der
wirklich denkt? Eine Beantwortung dieser Fragen lüftet dabei auch das
Geheimnis über eine grundsätzliche Paradoxie unserer Wirtschaftsweise:
Durch technischer Fortschritt kann derselbe materielle Wohlstand mit
weniger Arbeit erledigt werden; warum ist das eigentlich selten Anlass
zur Freude für diejenigen, die da arbeiten?

Über mich

Markus ist tagsüber Softwarearchitekt bei der Active Group in Tübingen. Nachts beschäftigt er sich mit Ökonomie, Geld, Staat und allem was dazu gehört. Markus leitet aus der Abhängigkeit, in der er sich zu den hiesigen Verhältnissen befindet, nicht ab, dass er deshalb für das gute Gelingen dieser Verhältnisse Partei ergreifen sollte.